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Ja, Panik

wir stehen zitternd vor markierten Stellen, Gitarren in Händen, Buchstaben im Kopf

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Ja, Panik! erinnern ein wenig an die jungen Tocotronic, allerdings mit einem weit weniger ausgeprägten â€ich-habe-mal-germanistik-studiert-und-singe-seither-über-nichts-anderes-effekt, was sehr wohltuend ist.

Das Stück â€ob ich das verdiene“ ist schon ein wenig älter, aber durchaus repräsentativ.

Am 26.10.2007 feierte die Band im Wiener Flex die Releaseparty ihres neusten Albums the taste and the money.

Etwas Tocotronic, ein wenig Sterne und durch alles schimmern die goldenen Zitronen, dass es eine wahre Freude ist.

Wobei das Namedropping hier keineswegs negativ zu verstehen ist. Ja, Panik verfügen über genügend Qualität um diese Einflüsse würdig zu verarbeiten und etwas neues entstehen zu lassen. Dazu ein Auszug aus dem Begleittext zum neuen Album:

the taste and the money – ein Programm in sechs Punkten:

Punkt I:

Von der Notwendigkeit des Zitats, ja Plagiats. Den Fortschritt begreifen, sich fremder Ideen annehmen, falsche Gedanken streichen und durch richtige ersetzen. Doch wider die Reproduktion! Bedient euch, schöpft aus dem Vollen eines Jahrhunderts, setzt es in neue Formen! Reißt es aus dem Zusammenhang! Die Panik vor dem Nichts, der Überfülle. Wir stehen zitternd vor markierten Stellen, Gitarren in Händen, Buchstaben im Kopf.“

 

Wer sich selbst überzeugen will, kann sich das Video zu „ob ich das verdiene“ ansehen

 

 

Den grossartigen Song Marathon vom neuen Album downloaden/anhören

und sich weitere infos hier und hier besorgen

 

 

26. Oktober 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
GITARENHÄNDLER IHR SEID SCHWEINE…


Irgenwie ist das ja immer so eine Sache, und die guten alten Tocos hatten absolut recht; der Gang zum Gitarrenmann hat immer auch so seine mühseligen Aspekte… in einem Klugscheisserton wird da über Mahagoni-Griffbretter und Humbuckerwicklungen diskutiert, obwohl man eigentlich nur ein bisschen Rock’n’Roll machen will in der Garage. Und am schönsten wird’s ja immer dann, wenn der Herr Gitarrenhändler noch selbst zum Instrument greifft und ein paar Solos von Ingwey Malmsteen durchnudelt um zu zeigen, dass dieses Neongelbe Geschwür seinen Preis von ungefähr einem 52er Ferrari mit Sicherheit wert ist…

Wer gern mal ohne zwei Aspirin eine Gitarre kaufen, testen, reparieren oder sich informieren möchte, der sollte definitiv bei UPTOWN MUSIC vorbeischauen, dem Apotheker unseres vertrauens…


orange-guit.jpg

Faire Preise, Hammerservice, gutes Zeug in jeder Liga, immer mal wieder ein Schnäppchen aus der Retro-Ecke (auch ohne auseinanderbröseln wärend der Heimfahrt) und einem Menschen hinter dem Tresen, der seit Jahren Gitarren und Amps zusammenflickt, ohne zu knurren und vor allem ohne jedem die Geschichte des Lötzinns und der Röhrentechnik zu erklären…

23. Oktober 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
Okkervil River – the stage names

Okkervil River – the stage names

Jagjaguwar (Cargo Records)

listen to okkervil river

Anspieltipps: – Plus Ones – Our life is not a movie or maybe

okkervil.jpg

<>lex.Es gibt Platten die geradezu ins Gehör und von da je nachdem ins Gehirn oder ins Herz springen. Es gibt aber auch solche, deren Schönheit sich erst nach mehrmaligem Hören auftut.
The stage names von Okkervil River gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Was im ersten Moment als ganz angenehmer Hintergrundfolk daherkommt, wächst bei jedem Durchgang. Die zu Beginn beliebigen scheinenden Songstrukturen ergeben auf einmal Sinn, die Texte eröffnen unerwartete Abgründe.
Das ganze erinnert ein wenig an Arcade Fire aber ohne den Kelly Family Touch.
Ein durch und durch unaufgeregtes Album. Wie die Band in â€our life is not a movie“ singt:
„It’s just a life story, so there’s no climax“ – Dieses Album braucht keine Höhepunkte, es ist ein Höhepunkt.

16. Oktober 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
Robyn – Robyn

Robyn – Robyn

Konichiwa Records

www.konichiwa.se

listen to robyn

Anspieltipps: Cobra Style – Konichiwa Bitches
robynalbum.jpg

 

Konichiwa Bitches!!

lex. Robyn heisst sie, kommt aus Schweden und hat schon einen Werdegang vom Kinderstar zum Dancesternchen hinter sich. Und eigentlich hätte rein gar nichts dagegen gesprochen, dass sie weiterhin nichtssagenden Kindergeburtstagspop, wie ihn insbesondere die Progammverantwortlichen der Schweizer Radiosender lieben, gespielt hätte.

Sie hätte bestimmt noch einige erfüllte Karrierejahre im Stile der Emels, Kishas, Nubyas undwiesiealleheissen vor sich gehabt, bis ihr die Plattenfirma eines Tages freundlich aber bestimmt mitgeteilt hätte, dass nun ihr Verfallsdatum als Sexsymbol leider überschritten ist und sie mit ihrem Look höchstens für Träume kleiner Jungs taugt, die ein nicht ganz unproblematisches Verhältnis zu ihrer Mutter haben.

Bevor es aber dazu kam sagte Robyn Sayonara zur alten Plattenfirma und Konichiwa Bitches zum Rest der Welt.

Mit Konichiwa Records gründete sie ihr eigenes Label, übernahm die kreative Kontrolle und legte mit â€Robyn“ ein Album vor bei dem Pink ganz rot vor Neid wird, Gwen Stefani stark ins zweifeln gerät und Madonna sich im Grab umdreht.

Zugegeben, Robyn sieht nicht ganz so gut aus wie skandinavische Buckelpisten Damenteams (wer jetzt nicht weiss wovon ich spreche, soll doch mal bei der Google Bildsuche â€Kari Traa“ eingeben…), das Album wird gegen Ende deutlich schwächer (aber das ist bei der ersten Killers auch nicht anders) und wahrscheinlich hat sie auch die ganzen David Bowie, the Cure und Tina Turner (wie geil ist das denn…) Samples nicht ganz alleine zusammengesucht. Was die Dame aber abgeliefert hat ist gleichwohl das beste Elektropopalbum seit â€Aufstand im Schlaraffenland“ von Deichkind. Mindestens.

Also Mädels und Burschen: Zieht die Stirnbänder an, holt die Zebraleggins hervor und lasst tanzen.

16. Oktober 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
Mickey Avalon – Mickey Avalon

Mickey Avalon – Mickey Avalon

www.mickeyavalon.com

listen to mickey

Anspieltipps: Waiting to die – My Dick – Jane Fonda

mickey-avalon.jpg

 

lex. “We are going to have open sexual intercourse on every street corner of Americaâ€

Wenn das mal nicht eine verheissungsvolles Versprechen ist…

Mit eben diesen Worten beginnt Mickey Avalons erstes Album und bringt eine ordentliche Brise frischen Wind in die, in den letzten Jahren doch arg angestaubte Hip Hop Szene.

Mickey Avalon schafft es mit seinen Lyrics spielend Eminem, 50 Cent oder Bushido die Schamesröte ins Gesicht treiben, dass es eine wahre Freude ist. Beispiel gefällig:

“Mickey Avalon the kosher salami
For twenty you get Chachi for forty he gets you Fonzie
A motherfucker hustler kamikaze
I use to bust tables but now I sell my bodyâ€

Mickey Avalon – Waiting to die

Wie der mitdenkende Leser aus den obigen Textzeilen vielleicht schon erraten hat, kann Mickey Avalon auf einen Rock n Roll Lebenslauf hinweisen, der Eminems Trailerpark Home Story â€Eight Mile“ als lustigen Campingurlaub erscheinen lässt. Die Stationen Heroinsucht und Straßenstricherei führen über tote Freunde und Geschlechtskrankheiten zu schmutziger Oralakrobatik mittels Mikrofon.

Refrains wie: â€Mickey Avalon the best piece of ass in the whole damn city“ bekommen durch Avalons Vergangenheit eine ganz neue Dimension und mit diesem Hintergrundwissen werden sogar lines wie:

“All up on the scene
Dipped in Vaseline
In a mask and jeans
Girl I’ll smash your dreamsâ€

erträglich. Denn man muss wohl weder Psychologe noch Literaturprofessor sein um festzustellen, dass ein Rapper dessen Lyrisches-Ich nicht die Gangster-Porno-Pimp Rolle übernimmt, sondern für einmal aus der Rolle des Opfers singt, etwas in dieser Radikalität noch nie dagewesenes darstellt. Mickey Avalon schafft es dadurch, dass er dieselben Geschichten wie die ganzen Gangsterrapper – lediglich aus einer anderen Perspektive – erzählt, spielend ein ganzes Genre der Lächerlichkeit preiszugeben.

Avalons Debütalbum ist in den USA übrigens als erste Platte des neu gegründeten MySpace Records Label (im Vertrieb von Universal/Interscope) als â€the next big thing“ angepriesen worden. â€The best piece of ass in the whole damn city“ war der grössten Plattenfirma der Welt dann aber wohl doch etwas zu krass. Das Album wurde schlussendlich ohne nennenswerte PR und Pressearbeit veröffnetlicht. Möglicherweise fürchtete Universal/Interscope auf einmal doch um den vermeintlich guten Ruf.
Als ob Prostitution in diesem Geschäft etwas Neues wäre…

16. Oktober 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
Hoch lebe das MELLOTRON!


Ein fulminanter Erfolg war es, als in den 60er Jahren das Mellotron auf dem Markt kam. Bereits 1966 verwendeten die Beatles in Strawberry Fields Forewer die kultigen Flöten Sounds dieses Instruments. Spätestens ab da hatte die Kiste nen abosluten Kult-Status erreicht. Die Sounds wurden Ton für Ton auf verschiedene Tonbänder aufgenommen. Durch drücken der Tasten wurden dann die Tonbänder abgespielt. Ein Sampler sozusagen! Geil, nicht?

Auch heute noch werden die warmen, knusperigen Klänge oft verwendet. Sowohl die Streicher- wie auch die Chöre-, Flöten- oder Mandolinensounds sind super charmant. Der Erfolg des Mellotrons ist nicht zu stoppen! Es beinhaltet alles was sich der analog-Liebhaber nur wünschen kann: Wärme, ein gewisser Trash-Touch und nicht zuletzt leichte Dissonanzen, die den Sound einzigartig machen…

mellotronweb.jpg

Heute ist das Instrument als 1A Plug-In namens M-Tron von M-Audio erhältlich. Die Sounds wurden 1:1 abgesampelt, es rauscht und knuspert also genau gleich wie beim Originalinstrument. Das Handling ist Kinderleicht und die Klänge nach wie vor unschlagbar! Grosses Tennis…

Wer mehr über die Kiste wissen will klickt hier.

8. Juni 2007 - Kommentieren 0 Kommentare
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